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Der Schach von Wuthenow

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Über   meine   Nichtschönheit   wär   er   hinweggekommen.   Ich   hab   ihm,   ich   zög’re   fast   es niederzuschreiben, nicht eigentlich mißfallen, und vielleicht hat er mich wirklich geliebt. Befrag ich seine letzten, an mich gerichteten Zeilen, so wär es in Wahrheit so. Doch ich mißtraue diesem süßen Wort. Denn er war voll Weichheit und Mitgefühl, und alles Weh, was er mir bereitet hat durch sein Leben und sein Sterben, er wollt es ausgleichen, soweit es auszugleichen  war. Alles Weh! Ach wie so fremd und strafend mich dieses Wort ansieht! Nein, meine liebe Lisette, nichts von Weh. Ich hatte früh resigniert, und vermeinte kein Anrecht an jenes Schönste zu haben, was das Leben hat. Und nun hab ich es gehabt.  Liebe. Wie mich das erhebt und durchzittert und alles  Weh  in  Wonne  verkehrt.  Da  liegt  das  Kind  und  schlägt  eben  die  blauen  Augen  auf.  Seine Augen.  Nein,  Lisette,  viel  Schweres  ist  mir  auferlegt  worden,  aber  es  federt  leicht  in  die  Luft, gewogen neben meinem Glück. Das  Kleine,  Dein  Patchen,  war  krank  bis  auf  den  Tod,  und  nur  durch  ein  Wunder  ist  es  mir erhalten geblieben. Und davon muß ich Dir erzählen. Als der Arzt nicht mehr Hilfe wußte, ging ich mit unserer Wirtin (einer echten, alten Römerin in ihrem  Stolz  und  ihrer  Herzensgüte)  nach  der  Kirche  Araceli  hinauf,  einem  neben  dem  Kapitol gelegenen alten Rundbogenbau, wo sie den ›Bambino‹, das Christkind, aufbewahren, eine hölzerne Wickelpuppe   mit   großen   Glasaugen   und   einem   ganzen   Diadem   von   Ringen,   wie   sie   dem Christkind, um seiner gespendeten Hilfe willen, von unzähligen Müttern verehrt worden sind. Ich bracht ihm einen Ring mit, noch eh ich seiner Fürsprache sicher war, und dieses Zutrauen muß den Bambino   gerührt   haben.   Denn   sieh,   er   half.   Eine   Krisis   kam   unmittelbar,   und   der   Dottore verkündigte  sein  ›va  bene‹;  die  Wirtin  aber  lächelte,  wie  wenn  sie  selber  das  Wunder  verrichtet hätte. Und dabei kommt mir die Frage, was wohl Tante Marguerite, wenn sie davon hörte, zu all dem ›Aberglauben‹ sagen würde? Sie würde mich vor der ›alten Kürche‹ warnen, und mit mehr Grund, als sie weiß. Denn nicht nur alt ist Araceli, sondern auch trostreich und labevoll, un d kühl und schön. Sein  Schönstes  aber  ist  sein  Name,  der  ›Altar  des  Himmels‹  bedeutet.  Und  auf  diesem  Altar steigt tagtäglich das Opfer meines Dankes auf. 74
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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