Titel:

Der Schach von Wuthenow

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Und Mutter und Tochter nahmen auf dem Sofa Platz, wo sich Alvensleben und Nostitz ihnen gesellten. In diesem Augenblick wurde Schach der Wagen gemeldet, und es war, als ob er sich bei dieser Meldung verfärbe. Frau von Carayon sah es auch. Er sammelte sich aber rasch wieder, empfahl sich und trat in den Korridor hinaus, wo der kleine Groom mit Mantel und Hut auf ihn wartete. Victoire war  ihm  bis  an  die  Treppe  hinaus  gefolgt,  auf  der  noch  vom  Hof  her  ein  halber  Tagesschein flimmerte. »Bis auf morgen«, sagte Schach, und trennte sich rasch und ging. Aber Victoire beugte sich weit über das Geländer vor und wiederholte leise: »Bis auf morgen. Hörst du? ... Wo sind wir morgen?« Und  siehe,  der  süße  Klang  ihrer  Stimme  verfehlte  seines  Eindrucks  nicht,  auch  in  diesem Augenblicke nicht. Er sprang die Stufen wieder hinauf, umarmte sie, wie wenn er Abschied nehmen wolle für immer, und küßte sie. »Auf Wiedersehen, Mirabelle.« Und nachhorchend hörte sie noch seinen Schritt auf dem Flur. Dann fiel die Haustür ins Schloß, und der Wagen rollte die Straße hinunter. Auf  dem  Bocke  saßen  Ordonnanz  Baarsch  und  der  Groom,  von  denen  jeder  sich’s  eigens ausbedungen hatte, seinen Rittmeister und Gutsherrn an diesem seinem Ehrentage fahren zu dürfen. Was  denn  auch  ohne  weiteres  bewilligt  worden  war.  Als  der  Wagen  aus  der  Behren-  in  die Wilhelmstraße einbog, gab es einen Ruck oder Schlag, ohne daß ein Stoß  von unten her verspürt worden wäre. »Damn«, sagte Groom. »What’s that?« »Wat et is? Wat soll et sind, Kleener? En Steen is et; en doter Feldwebel.« »Oh no, Baarsch. Nich stone. ‘t was something ... dear me ... like shooting.« »Schuting? Na nu.« »Yes; pistol-shooting ...« Aber der Satz kam nicht mehr zu Ende, denn der Wagen hielt vor Schachs Wohnung, und der Groom sprang in Hast und Eile vom Bock, um seinem Herrn beim Aussteigen behilflich zu sein. Er öffnete den Wagenschlag, ein dichter Qualm schlug ihm entgegen, und Schach saß aufrecht in der Ecke, nur wenig zurückgelehnt. Auf dem Teppich zu seinen Füßen lag das Pistol. Entsetzt warf der Kleine den Schlag wieder ins Schloß und jammerte: »Heavens, he is dead.« Die Wirtsleute wurden alarmiert, und so trugen sie den Toten in seine Wohnung hinauf. Baarsch  fluchte  und  flennte  und  schob  alles  auf  die  »Menschheit«, weil er’s aufs Heiraten  zu schieben nicht den Mut hatte. Denn er war eine diplomatische Natur wie alle Bauern. 70
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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