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Der Schach von Wuthenow

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besonderen Vorteil zu ziehen wissen. Denn das eigene Glück, das er erwartet, wird ihn nur noch geneigter machen als sonst, das getrübte Glück  anderer wiederherzustellen. Ich kenn ihn ganz in seinem Rechtsgefühl und in der Güte seines Herzens. Und so geh ich denn,  meine teure Frau, Sie bei dem Könige zu melden.« Er hielt aber plötzlich wie nachdenkend inne, wandte sich noch einmal wieder und setzte hinzu: »Irr ich nicht, so hat er sich eben in den Park begeben. Ich kenne seinen Lieblingsplatz. Lassen Sie mich also sehen. In wenig Minuten bring ich Ihnen Antwort, ob er Sie hören will oder nicht. Und nun noch einmal, seien Sie gutes Mutes. Sie dürfen es.« Und damit nahm er Hut und Stock und trat durch eine kleine Seitentür unmittelbar in den Park hinaus. In  dem  Empfangszimmer,  in  dem  Frau  von  Carayon  zurückgeblieben  war,  hingen  allerlei Buntdruckbilder,  wie  sie  damals  von  England  her  in  der  Mode  waren:  Engelsköpfe  von  Josua Reynolds,    Landschaften    von    Gainsborough,    auch    ein    paar    Nachbildungen    italienischer Meisterwerke,  darunter  eine  büßende  Magdalena.  War  es  die  von  Corregio?  Das  wundervoll tiefblau getönte Tuch, das die Büßende halb verhüllte, fesselte Frau von Carayons Aufmerksamkeit, und  sie  trat  heran,  um  sich  über  den  Maler  zu  vergewissern.  Aber  ehe  sie  noch  seinen  Namen entziffern konnte, kehrte der alte General zurück und bat seinen Schü tzling, ihm zu folgen. Und  so  traten  sie  denn  in  den  Park,  drin  eine  tiefe  Stille  herrschte.  Zwischen  Birken  und Edeltannen  hin  schlängelte  sich  der  Weg  und  führte  bis  an  eine  künstliche,  von  Moos  und  Efeu überwachsene Felswand, in deren Front (der alte Köckritz war jetzt zurückgeblieben) der König auf einer Steinbank saß. Er erhob sich, als er die schöne Frau sich nähern sah, und trat ih r ernst und freundlich entgegen. Frau  von  Carayon  wollte  sich  auf  ein  Knie  niederlassen,  der  König  aber  litt  es  nicht,  nahm  sie vielmehr  aufrichtend  bei  der  Hand  und  sagte:  »Frau  von  Carayon?  Mir  sehr  wohl  bekannt  ... Erinnere Kinderball ... schöne Tochter ... Damals ...« Er schwieg einen Augenblick, entweder in Verlegenheit über das ihm entschlüpfte letzte Wort, oder aber aus Mitgefühl mit der tiefen Bewegung der unglücklichen und beinah zitternd vor ihm stehenden Mutter, und fuhr dann fort: »Köckritz  mir eben Andeutungen gemacht ... Sehr fatal ... Aber bitte ... sich setzen, meine Gnädigste ... Mut ... Und nun sprechen Sie.« 62
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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