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Leben bitten ... Gott weiß am besten, was uns frommt. Und wenn er uns zu sich hinaufziehen will, so sollen wir nicht bitten: laß uns noch ... Oh, wie schmerzlich ich das fühle! Nun leb ich ... Aber wie, wie!« Frau von Carayon kniete neben dem Sofa nieder und sprach ihr zu. Denselben Augenblick aber schoß der Schlittenzug zum dritten Male an dem Hause vorüber, und wieder war es, als ob sich schwarze, phantastische Gestalten in dem glühroten Scheine jagten und haschten. »Ist es nicht wie die Hölle?« sagte Victoire, während sie nach dem Schattenspiel an der Decke zeigte. Frau von Carayon schickte Beaten, um den Arzt rufen zu lassen. In Wahrheit aber lag ihr weniger an dem Arzt, als an einem Alleinsein und einer Aussprache mit dem geliebten Kinde. »Was ist dir? Und wie du nur fliegst und zitterst. Und siehst so starr. Ich erkenne meine heitere Victoire nicht mehr. Überlege, Kind, was ist denn geschehen? Ein toller Streich mehr, einer unter vielen, und ich weiß Zeiten, wo du diesen Übermut mehr belacht als beklagt hättest. Es ist etwas anderes, was dich quält und drückt; ich seh es seit Tagen schon. A ber du verschweigst mirs, du hast ein Geheimnis. Ich beschwöre dich, Victoire, sprich. Du darfst es. Es sei, was es sei.« Victoire schlug ihren Arm um Frau von Carayons Hals, und ein Strom von Tränen entquoll ihrem Auge. »Beste Mutter!« Und sie zog sie fester an sich und küßte sie und beichtete ihr all es. 42 |  |
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